Wortgewitzte Geistesblitze

Marian Heuser und Andreas Weber über das Kulturphänomen Poetry Slam


Münster/Lippstadt, 22. Mai 2014. Wenn die kreativen und sportlichen Geister ganz Westfalens am 19. Juli zum großen WestfalenSlam nach Lippstadt ziehen, darf eine Kategorie natürlich nicht fehlen: der Poetry Slam. Denn an diesem Kulturphänomen, bei dem die Publikumsgunst über den Gewinner entscheidet, orientieren sich alle weiteren witzigen und ausgefallenen Disziplinen des Slam-Marathons in Lippstadt.

Der Poetry Slam bahnt sich seit den 90er Jahren wie ein Lauffeuer den Weg durch die Kneipenszene; er fasziniert und begeistert Slam-Poeten und Publikum in gleichem Maße. Ob Scharfsinniges oder Sozialkritisches, Witz oder Wut, Politik oder Poesie, Aberwitz oder Alltag - es wird getextet und vorgetragen, was die Sprache an Wortspiel und Stilmitteln hergibt. „Der Reiz des Poetry Slams liegt in der Überraschung“, erklärt Marian Heuser, bekannter Poetry Slammer aus Münster. „Das Bühnenprogramm gerät zum unvorhersehbaren Potpourri, wobei das Zeitlimit von fünf Minuten pro Beitrag noch eine besondere Herausforderung darstellt.“

Gemeinsam mit seinem in der Szene ebenfalls bekannten Slam-Kollegen Andreas Weber organisiert er den Poetry Slam in Lippstadt. Beiden Münsteranern sieht man die Tapferkeit an, als Kooperationspartner des WestfalenSlams selbst nicht auftreten zu können. Aber einen besseren Griff als mit diesen Partnern konnte der Veranstalter, die Westfalen-Initiative, gar nicht tun. Beide Autoren sind versiert in Bühnenveranstaltungen, geben Workshops und haben die „Best of“-Riege der regionalen Poetry Slammer für das Großereignis verpflichten können. Etliche von ihnen publizieren, haben eigene Shows und längst Internetchannel oder TV-Sendungen erobert.

Bei solch einem Star-Aufgebot darf man gespannt sein, welcher Dichter den Lorbeerkranz gewinnt. „Wobei ein interessanter Vergleich gezeigt hat“, bemerkt Weber, „dass die Wertung durch so genannte Laien sich nicht wesentlich vom Urteil examinierter Fachleute unterscheidet.“

Wenn das Losverfahren Rapper gegen Kabarettisten antreten lässt und Liebeslyrik gegen Satire, wie gerecht kann eine Wertung dann sein? Die Poetry Slammer sind sich einig: „Darum geht es den Teilnehmern gar nicht.“ Andreas Weber sinniert: „Gerecht ist, dass jeder die Chance hat, auf einer Bühne seine Gedanken auf seine Weise vorzutragen.“ Sein Kollege Marian Heuser ergänzt: „Für mich ist Poetry Slam wie Speaker’s Corner“.

Wer akustische Literatur, Sprachgewandtheit und unkonventionelle Gedankenwirbel liebt, sollte sich die Poeten des WestfalenSlams nicht entgehen lassen. Nähere Informationen, auch zu den Teilnehmern, unter www.westfalenslam.de. 2.692 Zeichen

 

Bildunterschrift:

Die Münsteraner Andreas Weber (l.) und Marian Heuser sind sich einig: Westfalens Ruf als Region bemerkenswerter Köpfe bestätigt sich durch das Aufgebot an hervorragenden Poetry Slammern am 19. Juli beim WestfalenSlam in Lippstadt.

Foto: Klaudia Maleska