Neue Chorkultur will beim WestfalenSlam begeistern

A-Cappella, Pop, Jazz und Rudelsingen locken am 19. Juli in Lippstadt zum Mitswingen und Mitsingen. Aus Menden gehen die Chöre „VokalArt“ und „amante della musica menden“ beim WestfalenSlam an den Start.

 

Münster/Menden, 1. Juli 2014. „Ich weiß, ich weiß“, Klaus Levermann, Bildungsreferent beim Chorverband NRW, hebt lachend die Hände, „bei dem Begriff Chor denken die meisten an ältere Herren, die am Volkstrauertag am Mahnmal auftauchen und Schwermütiges singen.“ Dass man Chöre nach wie vor eher mit Biederkeit assoziiert, kann er in gewissem Maß sogar nachvollziehen. „Aber“, sagt er fast verheißungsvoll mit Begeisterung in den Augen: „Gemeinsames Singen ist wieder Trend. Die latente  Chor-Verschämtheit weicht einer offenen Sangesfreude. Die Chorszene bricht auf zu Neuem, wobei die Internet-Netzwerke mächtig zum Aufbruch beitragen.“  

Junge Chöre auf jungen Wegen, da kam die Anfrage der Westfalen-Initiative gerade recht, die für den großen WestfalenSlam am 19. Juli in Lippstadt einen Kooperationspartner und Sangeskünstler für den ChorSlam suchte - einem von insgesamt zwölf Wettbewerben mit Publikumswertung. „Die Resonanz bei den Chören war riesig“, sagt Levermann, der das Slam-Format gleich als Gelegenheit erkannte, um die neue junge Vielfalt zu präsentieren. Deshalb wählte der Chorverband bewusst A-Cappella sowie Pop- und Jazz-Formationen für den ChorSlam in Lippstadt.   

Und natürlich ist auch Menden beim ChorSlam in Lippstadt vertreten. An den Start geht der mehrfach ausgezeichneten Männerchor „VokalArt“. Dessen Leitung liegt in Levermanns Händen. Er selbst ist Chorkultur in Person: Mit ihm geht die familiäre Chorleidenschaft und auch -leiterschaft in die dritte Generation. Man darf also gespannt sein, mit welchem Potpourri ihres breit gefächerten Repertoires, von Klassik bis zum Volkslied, die Sänger von VokalArt das Publikum begeistern werden.  

„Auf einen großen Familientag in Lippstadt“ freut sich mit „amante della musica menden“ auch noch ein weiterer Chor. Wie Lars Becker, 1. Vorsitzender, erzählt, gehört es zur Tradition des Chores, sich auf außergewöhnlichen Erlebnispfaden zu bewegen, da käme der WestfalenSlam gerade recht. Das Programm ist so jung wie das Durchschnittsalter (43), und so dürfen sich die Zuhörer auf  peppige Darbietungen freuen, bei denen es den Sängern um alles geht, nur nicht ums Gewinnen. „Wir freuen uns einfach auf die Atmosphäre, auf Begegnungen und das Publikum“, so Becker.     

Vorbilder für diese frisch-freche neue Chorkultur gibt es inzwischen reichlich. „Denken Sie nur an die Wise Guys“, gibt Levermann ein Beispiel, „oder an Maybebob. Deren Interpretation bringt sogar den ehrwürdigen „Erlkönig“ neu in Schwung.“ Chor - das bedeutet neuerdings auch Beatbox und Bewegung auf der Bühne. „Das Publikum braucht kein Fachwissen um beim ChorSlam in Lippstadt zu voten“, sagt Levermann, „da wird einfach der Funke überspringen.“ Mitgestimmt wird aber auch per Internet auf der Website www.westfalenslam.de, wobei in die Auswertung ebenso die fundierte Rückmeldung einer Fachjury einfließt.

Auch „Selbst-gern-Singer“ bekommen dazu am 19. Juli in Lippstadt ab 16 Uhr Gelegenheit, wenn der bekannte Vollblutmusiker Dieter Falk (ehemaliges Jurymitglied in der ProSieben Castingshow „Popstars“) zum so genannten „Rudelsingen“ einlädt.   

Levermann sagt schmunzelnd: Unbedingt mitmachen! Es gibt genug Studien, die beweisen, wie gesund das Singen ist. Es ist ein Grundbedürfnis der Menschen.“ Also dann: Auf zum ChorSlam nach Lippstadt - der Gesundheit wegen!  3.558 Zeichen


Bildunterschrift Chöre:

Auch Menden ist beim ChorSlam mit dabei, einem von zwölf Wettbewerben des WestfalenSlams, der am 19. Juli in Lippstadt stattfindet. Für Menden gehen gleich zwei Chöre an den Start: der mehrfach ausgezeichnete Chor „VokalArt“ "amante della musica menden“ mit stimmgewaltiger Dynamik und der mehrfach ausgezeichnete Chor „VokalArt“. Fotos: amante della musica menden (oben), VokalArt (unten)