Bühnenfieber: Weil das „Nochmal“ so schön ist…

Star-Slammer freuen sich auf ihren Auftritt beim WestfalenSlam in Lippstadt

 

Münster/Lippstadt, 26. Juni 2014. Sprachkünstler sind schlecht in Naturwissenschaften und Naturwissenschaftler haben es nicht so mit dem Sprachgefühl. Stimmt nicht! Beim großen WestfalenSlam am 19. Juli in Lippstadt erlebt man, wie Poeten und Forscher ein fulminantes Vortragsfeuerwerk voller Witz und Wissen für das Publikum zünden. Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem vom Medienunternehmen Bertelsmann.

Zu diesem Event treffen die Stars sowohl der Poetry- als auch der Science Slam-Szene in Lippstadt ein, die sich selbst schon mächtig aufeinander freuen. Wenn Physiker André Lampe die Funktionsweisen von Mikroskopen erläutert, bleibt kein Auge trocken und kein Interessent im Dunkeln. Lampe wäre begeistert, wenn man die Slams zu einem Wissenschaftsfestival ausbauen würde wie in Edinburgh. „Dort bereiten Professoren ihre Fachbeiträge gut verständlich für Laien auf und diskutieren mit ihnen.“

Auch Slammer Prof. Ulrich Schneider präsentiert seine Ingenieursleidenschaft gern einem gemischten Publikum, um damit „auch der Jugend zu zeigen, dass Wissenschaftler nicht nur „Nerds“ sind, sondern ganz normale „Geeks“, die sich vor allem für Technik und neue Medien interessieren und große Fachkompetenz haben.“ Auf die Frage, was Schneider selbst gern einmal erklärt bekommen würde, antwortet er: „Von Anakin Skywalker die Funktion eines Laserschwertes. Ich komme einfach nicht dahinter, wie man die Ausbreitung des Lichtes auf eine feste Schwertlänge begrenzt.“

Spannend ist auch die Frage, wie man sich so lange Texte merkt? Poetry Slammer Sebastian23 erklärt hierzu: „Das Einstudieren ergibt sich meistens schon im Schreibprozess. Seine Texte auf der Bühne lebendig werden zu lassen, ist weitaus schwieriger. Man muss lernen, die Emotion, die man beim Schreiben ausdrücken wollte, wieder aus dem Text herauszuholen.“
René Sydow, der scharfsinnig und -züngig auch Politisches beleuchtet, stellt sich noch einer weiteren Herausforderung: „Die Schwierigkeit ist, dass man schnell viel Material produzieren muss, da sich die Tagespolitik ebenso schnell ändert.“

Die einzige weibliche Teilnehmerin ist Katinka Buddenkotte. Daraufhin angesprochen, überlegt sie: „Vielleicht sind Frauen vorsichtiger, wenn es darum geht, sich einem möglichen Misserfolg bei einem öffentlichen Textwettbewerb zu stellen.“ Buddenkotte selbst wurde anfangs „einfach auf die Bühne geboxt und eigentlich sah ich nur zitternde Buchstaben“, erinnert sie sich. „Aber als das Publikum dann lachte, und das auch noch an den richtigen Stellen“, war das Eis gebrochen.

Zögernden „Ich würd auch gern“-Slammern rät Fabian Navarro daher: „Raus mit den Texten aus den Schubladen. Dort nützen sie doch niemandem etwas!“ Was gäbe es Schöneres, so Navarro, als wenn anschließend jemand sagt: „Du hast mir aus der Seele gesprochen.“ Sein erster Auftritt sei äußerst holprig gewesen. Aber der Mut zum Textvortrag wurde mit Applaus belohnt. „Und dann will man nochmal“, sagte Navarro mit Begeisterung, „und das Nochmal hat nie aufgehört…“

Ob zum ersten Mal oder nochmal - wer Publikum und damit auch Jury sein möchte, kann auf www.westfalenslam.de alles rund um die Wettbewerbe erfahren. Der PoetrySlam wird unterstützt vom internationalen Medienunternehmen Bertelsmann.  

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Bildunterschrift:

Welcher Wortakrobat gewinnt am 19. Juli beim großen WestfalenSlam in Lippstadt den Poetry- und ScienceSlam? Wie bei jedem Slam entscheidet natürlich das Publikum. Fotonachweis: Steffen Baranski (Szenestreifen)