Neue freche Chorkultur will beim WestfalenSlam begeistern

 

A-Cappella, Pop, Jazz und Rudelsingen locken am 19. Juli in Lippstadt zum Mitswingen und Mitsingen. Aus Münster geht das Pop-Jazz Ensemble der Musikpädagogen beim WestfalenSlam an den Start.

 

Münster/Lippstadt, 27. Juni 2014. „Ich weiß, ich weiß“, Klaus Levermann, Bildungsreferent beim Chorverband NRW, hebt lachend die Hände, „bei dem Begriff Chor denken die meisten an ältere Herren, die am Volkstrauertag am Mahnmal auftauchen und Schwermütiges singen.“ Dass man Chöre nach wie vor eher mit Biederkeit assoziiert, kann er in gewissem Maß sogar nachvollziehen. „Aber“, sagt er fast verheißungsvoll mit Begeisterung in den Augen: „Gemeinsames Singen ist wieder Trend. Die latente Chor-Verschämtheit weicht einer offenen Sangesfreude. Die Chorszene bricht auf zu Neuem, wobei die Internet-Netzwerke mächtig zum Aufbruch beitragen.“  

Junge Chöre auf jungen Wegen, da kam die Anfrage der Westfalen-Initiative gerade recht, die für den großen WestfalenSlam am 19. Juli in Lippstadt einen Kooperationspartner und Sangeskünstler für den ChorSlam suchte - einem von insgesamt zwölf Wettbewerben mit Publikumswertung. „Die Resonanz bei den Chören war riesig“, sagt Levermann, der das Slam-Format gleich als Gelegenheit erkannte, um die neue junge Vielfalt zu präsentieren. Deshalb wählte der Chorverband bewusst A-Cappella sowie Pop- und Jazz-Formationen für den ChorSlam in Lippstadt.   

Auch Münster ist beim ChorSlam in Lippstadt mit einem starken Chor vertreten, dem Pop-Jazz Ensemble der Musikpädagogen aus Münster. Leiterin Vera Hotten, die von Kindheit an in Chören gesungen hat, freut sich, „dass wir eine Gelegenheit haben, über unsere kleineren, ehe internen Auftritte in Münster hinauszukommen.“ Durch den ChorSlam in Lippstadt können sich die angehenden Musiklehrer mit ihrer frisch-frechen Musik einem größeren Publikum präsentieren.

Vorbilder für diese neue Chorkultur gibt es inzwischen reichlich. „Denken sie nur an die Wise Guys“, gibt Levermann ein Beispiel, „oder an Maybebob. Deren Interpretation bringt sogar den ehrwürdigen „Erlkönig“ neu in Schwung.“ Chor - das bedeutet neuerdings auch Beatbox und Bewegung auf der Bühne. „Das Publikum braucht kein Fachwissen um beim ChorSlam in Lippstadt zu voten“, sagt Levermann, „da wird einfach der Funke überspringen.“ Mitgestimmt wird aber auch per Internet - ab 15. Juni auf der Website www.westfalenslam.de - wobei in die Auswertung ebenso die fundierte Rückmeldung einer Fachjury einfließt.

„Auch selbst-gern-Singer“ bekommen dazu am 19. Juli in Lippstadt ab 16 Uhr Gelegenheit, wenn der bekannte Vollblutmusiker Dieter Falk (ehemaliges Jurymitglied in der ProSieben Castingshow „Popstars“) zum so genannten „Rudelsingen“ einlädt.

Levermann sagt schmunzelnd: „Unbedingt mitmachen! Es gibt genug Studien, die beweisen, wie gesund das Singen ist. Es ist ein Grundbedürfnis der Menschen.“ Also dann: Auf zum ChorSlam nach Lippstadt - der  Gesundheit wegen!  2.963 Zeichen    


Bildunterschrift Chöre:

Auch Münster ist beim ChorSlam mit dabei, einem von zwölf Wettbewerben des WestfalenSlams, der am 19. Juli in Lippstadt stattfindet. Für Münster geht das Pop-Jazz Ensemble der Musikpädagogen an den Start. Fotonachweis: Jonas Terwolbeck